Das Telefon stand am vergangenen Samstag bei dem Bundestagsabgeordneten Falko Mohrs (SPD) aus Wolfsburg nicht mehr still. Vier Stunden lang beantwortete der im Wahlkreis Helmstedt – Wolfsburg direkt gewählte Sozialdemokrat den Lesern der Braunschweiger Zeitung Fragen rund um die Corona-Krise und die Maßnahmen, die inzwischen Bundesregierung und Bundestag beschlossen haben. „Die Resonanz mit weit über 30 Anrufen und noch mal die gleiche Zahl von E-Mails hat mich schon überrascht, aber auch die große Verunsicherung vieler Menschen über ihre Zukunft zum Ausdruck gebracht“, so Mohrs. Dabei drehten sich die Gespräche vor allem um ein Thema: Wie komme ich mit meinem Unternehmen durch die nächsten Wochen und Monate? „Gerade Solo-Selbständigen und kleinen Betrieben ist oft nicht mit den beschlossenen Krediten geholfen, sondern da muss konkret Geld fließen zur Deckung der laufenden Betriebsausgaben und für den Lebensunterhalt“, berichtet Mohrs von den Bürgeranliegen. Wobei sich die Anrufer über die schnelle und unbürokratische Hilfe von Bund, Land und den Kommunen sehr freuen. „Diese Erfahrung war für mich auch etwas ganz besonderes, mit n welcher Geschwindigkeit und über Parteigrenzen hinweg Hilfspakete geschnürt, auf den Weg gebracht und beschlossen wurden. Dies ist ein eindrucksvoller Beleg für das Funktionieren unserer Demokratie“, freut sich der Abgeordnete. 

Die Bandbreite der Bürgeranliegen reichte von der mobilen Fußpflege, über die Praxisinhaberin einer Physiotherapie bis zu Fragen des verbesserten Kurzarbeitergeldes. Insbesondere Inhaber von Betrieben mit viel Kundenkontakt berichteten über wegbrechende Einnahmen und finanzielle Risiken. „Natürlich hatten Logopäden und auch Friseure noch Befürchtungen, dass sie nicht unter den Rettungsschirm fallen könnten“, so Mohrs. „Hier konnte ich viele beruhigen.“ 

Ein anderer Anrufer fragte sich, wer die Lohnkosten für Mitarbeiter übernimmt, deren Geschäft von Amtswegen geschlossen wurde. Es stellte sich ihm die Frage, ob dies unter die Regelung des Infektionsschutzgesetzes falle, oder ob die Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen müssten.

Es gab auch einige Meldungen, die sich Sorgen um die Situation in Arztpraxen und den Krankenhäusern machten, was die Versorgung dieser mit Schutzmasken und –kleidung angeht.  Im Rahmen des verabschiedeten Gesetzespaketes sind für den Gesundheitsbereich umfangreiche finanzielle Hilfen zu erwarten.

Auch die Gruppe der selbständigen Künstler und zum Beispiel Schauspieler machen sich große Sorgen um ihre kurzfristige Liquidität. Sie haben in den seltensten Fällen laufende Betriebskosten, die sie im Rahmen der beschlossenen Hilfen geltend machen könnten, jedoch von einem auf den anderen Tag keine Einnahmen mehr. Auf diese sind sie aber dringend angewiesen, um ihre laufenden Kosten für die Lebenshaltung decken zu können. Hier wurden kurzfristig Verbesserungen bei der Grundsicherung beschlossen, so dass zum Beispiel vorübergehend auf die Vermögensprüfung verzichtet wird und nur abgefragt wird, ob es ein erhebliches Vermögen gäbe. So können die Kosten für die aktuelle Wohnung beispielsweise übernommen werden.

Sehr berührt habe Mohrs auch die Zuschrift eines Rentnerehepaares, das gerne zum Wohl der Allgemeinheit auf die im Juli anstehende Rentenerhöhung verzichten würde und fragt, ob man diese angesichts der besonderen Umstände nicht aussetzen könne.

In den letzten Tagen konnte nach Ansicht des SPD-Politikers für viel Klarheit gesorgt werden. Der politische Wille sei spürbar, auch weiterhin in großer Einigkeit nach Lösungen für ganz individuelle Probleme zu suchen, die sich auch in den nächsten Tagen und Wochen ansammeln werden, so Mohrs. Jeder könne übrigens mit seinem individuellen Konsumverhalten helfen, lokalen Unternehmen und Dienstleistern durch die Krise zu helfen, indem sie beispielsweise auf Bestellungen bei den großen Internetkonzernen verzichteten. Stattdessen könne man mit Anschaffungen auch an die lokalen Geschäfte herantreten. Viele bieten eine Art-Take-Away Service an, zum Beispiel Buchhandlungen oder auch Restaurants, muntert der Abgeordnete auf, bei notwendigen Anschaffungen diesen Weg zu gehen.

Konkrete Hilfsangebote für Menschen, die besonderer Unterstützung bedürfen, sind auch durch den persönlichen Einsatz von Falko Mohrs seit vergangenem Montag in Wolfsburg und den Landkreisen Helmstedt und Gifhorn nutzbar. „Mit dem Projekt Nachbarschaftshilfe sollen insbesondere ältere Menschen durch die Übernahme von kleineren Einkäufen, die Begleitung bei Arztbesuchen sowie Botengänge in diesen Zeiten entlastet werden und damit praktische Unterstützung erfahren“, beschreibt Mohrs das Ziel der Initiative. Die städtische Jugendförderung, der VfL Wolfsburg und der Stadtjugendring haben sich zu diesem Zweck zusammengeschlossen. „Die Resonanz von ehrenamtlichen Helfern ist überwältigend. Dafür sage ich ein aufrichtiges Dankeschön an die vielen Mitstreiterinnen und Mitstreiter!“, so Mohrs. Über ganz viele Einrichtungen und die großen Wohnungsbaugesellschaften sind die entsprechenden Aushänge in die Wohnanlagen gelangt. Unter www.wolfsburger-helfen.de oder Telefon 05361/8903777 ist die zentrale Anlaufstelle erreichbar.

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