WOLFSBURG. Die SPD hat Falko Mohrs erneut zu ihrem Kandidaten für den Deutschen Bundestag nominiert. 100% Rückendeckung erhielt der Wolfsburger Abgeordnete von den Delegierten aus dem Landkreis Helmstedt, Wolfsburg, Brome und dem Boldecker Land, 73 von 73 abgegebenen Stimmen.

Zuvor hatte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Volkswagen Bernd Osterloh Mohrs als wichtigen Industriepolitiker der SPD hervorgehoben. Mohrs kämpfe für die Beschäftigten in der Autoindustrie und sei für die IG Metall und den Betriebsrat ein kompetenter und durchsetzungsstarker Ansprechpartner. Betriebsräte von anderen Autokonzernen hätten ihn sogar schon angesprochen, dass sie sich einen ähnlich aktiven Abgeordneten wünschen würden, berichtete Osterloh schmunzelnd.

Christoph Heubner lobte Mohrs Engagement für die Demokratie und seine klare Kante gegen die AfD. Der Exekutiv- Vizepräsident des Internationalen Ausschwitzkomitee berichtete, dass viele Überlebende des Holocausts, ob der politischen Rhetorik mancher politischer Akteure, üble Erinnerungen ergreifen.

Falko Mohr selbst ging in seiner ruhigen Rede auf seine Schwerpunkte für die nächsten vier Jahre ein. Die wichtigste Aufgabe sei die Transformation der Automobilindustrie zu gestalten und so viele Arbeitsplätze zu erhalten wie möglich. Beispielsweise müsse die Batteriezellfertigung von Volkswagen in unserer Region angesiedelt werden, damit dort auch neue, gut bezahlte Arbeitsplätze entstünden. Außerdem dürfe sich der Industriestandort Deutschland nicht von der chinesischen Batteriezellproduktion abhängig machen.

Darüber hinaus will Mohrs sich gegen Kinderarmut einsetzen und sieht die Kindergrundsicherung als ein wichtiges Instrument dafür an. In Zukunft sollten die Familien mit niedrigen Einkommen die meiste Unterstützung bekommen und nicht umgekehrt, so der Abgeordnete.

Außerdem ärgerte sich Mohrs in seiner Rede darüber, dass der Bundesgesundheitsminister, gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband der CARITAS einen allgemeinverbindlichen Pflegetarifvertrag verhindert hätte. Für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege brauche es offensichtlich andere Mehrheitsverhältnisse im Deutschen Bundestag, machte der Abgeordnete deutlich.

Zum Schluss seiner Rede betonte Mohrs seine klare Haltung: „Wir gehen keinen Schritt nach rechts! Ein Demokratie muss wehrhaft sein und unsere Demokratie ist das auch!“

Die klare Haltung wurde von den 73 Delegierten in der der Wolfsburger Eis-Arena offensichtlich geteilt. Nachdem die Nominierung mehrfach verschoben wurde, hatten sich die Sozialdemokraten entschieden auf der Tribüne der Grizzlys zu tagen um die notwendigen Abstände einhalten zu können.

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